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Die Gesetzliche Krankenversicherung für Studenten

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems. Zusammen mit der Renten-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung bildet sie das deutsche Sozialversicherungssystem. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger versichert. Dabei haben die Versicherten die Wahl zwischen mehr als 100 Krankenkassen, die sich preislich teils deutlich voneinander unterscheiden.

 

Wer sich ab und zu mit seiner Krankenversicherung beschäftigt oder sich von Vordenker zu dem Thema beraten lässt, kann bares Geld sparen und das sogar schon als Studierende/r.

Bezahlt wird die gesetzliche Krankenversicherung über einkommensabhängige Beiträge. Bei Angestellten übernimmt einen Teil der Beiträge der Arbeitgeber und den anderen Teil zahlt der Arbeitnehmer selbst. Bei Studierenden gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung verschiedene Szenarien, die hauptsächlich abhängig sind

  • vom Alter des Studierenden und
  • von der Anzahl der absolvierten Fachsemester und
  • vom Verdienst, der Dauer und der Art der Nebentätigkeit

In diesem Artikel erklären wir Studierenden, wie sich die Krankenversicherungssituation verändern kann, welche Möglichkeiten bestehen und unter welchen Voraussetzungen, welche Optionen genutzt werden können.


Das Studium Beginnt

DU hast die Wahl zwischen PKV Und GKV

Als Studierender musst du dir - möglichst vor dem Uni-Start - Gedanken machen, wie du dich versichern möchtest. Als Akademiker und somit auch Gutverdiener von morgen hast du hierbei immer die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

PKV - Die Private Krankenversicherung

Du kannst dich zu Beginn des Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen und sofort in eine private Krankenversicherung wechseln. Aber Achtung: Für deine Entscheidung hast du maximal drei Monate ab dem Zeitpunkt der Einschreibung Zeit.

Was könnte für die Private Krankenversicherung sprechen?

  • hochwertigere Leistungen, weniger Zuzahlungen, geringere Wartezeiten, mehr Auswahl bei den Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

  • Studentenrabatte sind unabhängig von der Semesteranzahl
  • die Beiträge werden anteilig zurückgezahlt, wenn der Vertrag in einem Jahr leistungsfrei bleibt

Was könnte gegen die Private Krankenversicherung sprechen?

  • der Beitrag (mindestens 160 Euro müssen anfangs eingeplant werden), eher mehr

  • ein höherer Bürokratischer Aufwand durch das Kostenerstattungsprinzip

  • geringe Erfahrungen mit den Abläufen und Gegebenheiten der PKV

Die Private Krankenversicherung ist für viele Studenten durchaus geeignet. Ob das auch auf dich zutrifft, finden wir mit dir gemeinsam heraus. Komm gerne auf uns zu, wenn du hierzu nähere Informationen haben möchtest.

GKV - Die Gesetzliche Krankenversicherung

Wenn du dich nicht innerhalb von drei Monaten von der Versicherungspflicht befreien lässt, wirst du Mitglied einer der vielen gesetzlichen Krankenkasse. Diese Regelung gilt auch, wenn du bis zum Studienbeginn über deine Eltern privat versichert warst. Du musst dich auch in diesem Fall gesondert von der Versicherungspflicht befreien lassen, sonst wirst du automatisch der GKV zugeordnet.

1. kostenfreie Familienversicherung

Die günstigste und einfachste Art als Studierender krankenversichert zu sein, ist sicherlich die kostenfreie Familienversicherung über ein Elternteil oder den Ehepartner. Allerdings ist diese Art der Versicherung an verschiedene und knifflige Voraussetzungen geknüpft. Es gilt immer darauf zu achten, die Grenzen nicht zu überschreiten. Falls doch, sollte die Krankenkasse rechtzeitig davon unterrichtet werden, da sonst hohe Nachzahlungen drohen könnten.

Voraussetzung

  • Du bist noch keine 25 Jahre alt und
  • du erfüllst die Voraussetzungen zur Nebentätigkeit
  • deine beiden Eltern sind gesetzlich versichert oder zumindest das Elternteil, das mehr verdient. Oder du bist bereits verheiratet und dein/e Ehepartner/in ist kein/e Student/in mehr und gesetzlich versichert.

DETAILIERTE Voraussetzungen zur Nebentätigkeit:

1. Egal ob du mehre Beschäftigungen ausführst und welche: Dein Gesamteinkommen darf die monatliche Einkommensgrenze von 450 € nicht überschreiten! Bei einer selbständigen Nebentätigkeit liegt die Grenze schon bei 435€ im Monat.

 

2. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden an das Gesamteinkommen angerechnet. Auch hier darf die 450 Euro-Grenze nicht überschritten werden.

 

3. Die wöchentliche Arbeitszeit darf maximal 20 Stunden betragen. Wird die Grenze überschritten, gilt der Student als hauptberuflich berufstätig und muss sich selbst versichern. Die Begrenzung der Arbeitszeit gilt nicht in der vorlesungsfreien Zeit.

 

4. In der vorlesungsfreien Zeit können Studierende auch mehr als 20 Wochenstunden arbeiten. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Jahreseinkommensgrenze von 5400 Euro (450 € x 12 Monate) nicht überschritten wird. Bei einem höheren Jahreseinkommen besteht kein Anspruch auf Familienversicherung.


Wenn du alle Voraussetzungen zum Alter und Verdienst erfüllst, bist du bei der Krankenkasse deiner Eltern oder deines Ehepartners  familienversichert und das komplett kostenfrei. Erfüllst du eine der Voraussetzungen nicht, fällst du aus der kostenfreien Familienversicherung heraus und musst dich selbst krankenversichern. 

2. studentische Krankenversicherung (KvdS)

Wenn du nicht oder nicht mehr familienversichert sein kannst, z. B. weil du die Einkommensgrenzen überschreitest oder älter als 25 bist, kannst du dich zu einem relativ günstigen Beitragssatz selbst gesetzlich versichern (ab 80 Euro aufwärts).

Voraussetzungen

Damit du von den günstigen Konditionen der studentischen Krankenversicherung profitieren kannst, musst du allerdings auch ein paar Voraussetzungen erfüllen:

  • du musst an einer staatlichen bzw. staatlich anerkannten Hochschulen immatrikuliert sein und
  • darfst das 14. Fachsemerster noch nicht abgeschlossen haben und
  • darfst dein 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
  • du darfst während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, um deinen Studentenstatus nicht zu verlieren (Verdienstgrenzen gibt es hier keine).

Die Beitragshöhe ist nicht bei allen Krankenkassen gleich!

Durch den Zusatzbeitrag kann es zu Abweichungen von mehr als 10 Euro im Monatsbeitrag kommen. Ein Vergleich kann sich durchaus lohnen, denn du kannst zu einer Krankenkasse mit einem niedrigeren Zusatzbeitrag wechseln und dir so bares Geld sparen. Zudem gibt es Kassen die mehr Zusatzleistungen anbieten oder zum Beispiel ein sehr einfaches Bonusprogramm haben.

 

Bei jeder Erhöhung des Zusatzbeitrag, besteht für dich ein Sonderkündigungsrecht, der ein Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse möglich macht. Ansonsten kannst du ordentlich kündigen, wenn die "Vertragsbindung" von meißt 18 Monaten abgelaufen ist.

Komm gerne auf uns zu und wir unterstützen dich persönlich bei der Wahl der Krankenkasse und bei dem entsprechenden Wechsel.


Das Studium dauert länger

DU hast Erneut Die Wahl zwischen PKV Und GKV

In der Studentischen Krankenversicherung kann man sich leider nicht für immer versichern. Ist der Zeitpunkt erreicht an dem du z.B. 30 geworden bist oder das 14 Fachsemester abgeschlossen hast, kannst du in der Regel nicht mehr von der Krankenversicherung der Studenten profitieren (Verlängerungsmöglichkeiten können bestehen).

 

Fällt die Studentische Krankenversicherung weg, musst du dich entscheiden, ob du zu einer privaten Krankenversicherung wechselst oder freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse bleibst.

Freiwillige Gesetzliche Versicherung

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen bieten Studenten mit Ende der studentischen Krankenversicherung einen ermäßigten Übergangstarif an, der bis zu sechs Monate gilt. Der sogenannte Examenstarif  kostet abhängig vom Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse ungefähr 140 € pro Monat. Danach hängt der zu zahlende Versicherungsbeitrag von deinem Einkommen ab. Du kannst aber mit etwa Mindestens 160 € rechnen.

Private Krankenversicherung

Willst du nicht mehr gesetzlich versichert sein, vor allem für den dann sehr teuren Beitrag, kannst du erneut die Möglichkeit ergreifen und in die Private Krankenversicherung wechseln. Das lohnt sich wie bereits beschrieben, vor allem wegen der besseren Leistungen. Aber auch vom Preis kann die Private mit der Gesetzlichen Krankenversicherung mithalten. Hier hast du zudem einige Gestaltungsspielräume.


Du hast ein Anliegen bei dem wir dich unterstützen können?

Wir freuen uns auf dich.

Aylin und Sophie

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