Gesundheitsfragen in der PKV, BU und RLV - Krankenakte dringend empfohlen!

Wenn du auf der Suche nach einer privaten Einkommensabsicherung, Krankenversicherung oder Risikolebensversicherung bist, wirst du früher oder später an den Gesundheitsfragen nicht vorbeikommen. Weil wir in unserem Berufsalltag häufig hören und bemerken, dass die Gesundheitsfragen und ihre Bedeutung nicht so Ernst genommen werden, möchten wir dich für dieses Thema sensibilisieren. 

 

In diesem Artikel gehen wir darauf ein, wieso die Gesundheitsfragen so häufig falsch beantwortet werden. Wir erklären dir, was die Krankenkassen und Ärzte damit zu tun haben und wie du trotzdem alles richtig machen kannst. Hierfür erklären wir dir unsere 5 Schritte zum sicheren Vertrag.


Einführung in das Thema

  • Bei allen Versicherungen rund um Leben, Krankheit und Arbeitskraft spielen Gesundheitsfragen eine entscheidende Rolle im Antragsprozess

  • Die Fragen beziehen sich hauptsächlich auf die letzten 5-10 Jahre vor Antragsstellung, aber auch dauerhafte Folgen von Erkrankungen oder Unfällen werden abgefragt.

  • Anhand deiner Antworten auf die Gesundheitsfragen schätzt der Versicherer ein, wie hoch das Risiko ist, dich zu versichern.

  • Er kann deinen Antrag zu normalen Bedingungen annehmen oder dir Versicherungsschutz mit einem Risikozuschlag oder Ausschluss anbieten. Auch ablehnen kann der Versicherer deinen Antrag.

  • Eine Falschbeantwortung kann gravierende Folgen haben (Hier Artikel zur Anzeigepflichtsverletzung verlinken)

Warum werden die Gesundheitsfragen falsch beantwortet?

Exemplarische Gesundheitsfragen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Exemplarische Gesundheitsfragen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Gesundheitsfragen können sehr ausführlich sein. Es werden zahlreiche Fragen gestellt die verschiedene Krankheitsbilder, Behandlungen und teilweise auch Beschwerden abgefragt. Jeder Versicherer verwendet in der Regel unterschiedliche Gesundheitsfragen und auch von Vertrag zu Vertrag unterscheiden sich die Fragen von der Anzahl und vom Inhalt. 

 

Die Gesundheitsfragen für eine BU, PKV, eine Pflegeversicherung oder eine Todesfallabsicherung können sich deutlich unterscheiden.


In einer Statistik, die Fairtest.de über Jahre hinweg erarbeitet hat, zeigt sich ein erschreckendes Bild: Fast jeder zweite bis dritte Vertrag enthält versteckte vorvertragliche Anzeigepflichtverletzungen. Bei so einer enorm hohen Zahl, kann es sich nicht um einen Einzelfall handeln. Doch für die häufige Falschbeantwortung gibt es nicht den einen entscheidenden Grund. Es gibt vielmehr verschiedene Ursachen, die hier zusammenwirken.

 

 

1. Die Versicherten
Ein Grund liegt in den Versicherten selbst. Sie schätzen manche Erkrankungen nicht als gravierend ein und erachten zum Beispiel die Angabe einer Sinusitis als nicht wichtig. Doch bereits eine mehrfache und nicht angegebene Sinusitis kann eine arglistige Täuschung sein. Viele Kunden erinnern sich aber schlicht weg auch nicht mehr an einige Diagnosen, die lange her sind und danach nicht mehr auftauchten. Jedoch können viele verschiedene kleinere Diagnosen im Zusammenspiel an Bedeutung gewinnen und sind immer im Gesamtbild zu betrachten. 

 

2. Die Vermittler

Ein weiterer, weit aus größerer Treiber, liegt in der Versicherungsvermittlung. Mit einem vierseitigen Fragenkatalog hatte fairtest.de unter anderem den Abschlussverlauf überprüft. Die Vertreter und Vertriebler kennen die Bedeutung der Gesundheitsfragen und sollten den Kunden aufklären. Es wäre zu erwarten, dass bei den Verträgen die durch "Profis" vermittelt wurden, weitaus weniger Anzeigepflichtsverletzungen aufkommen, als bei Verträgen, die die Kunden selbst abschließen. Doch dies ist leider nicht immer der Fall.

Die Statistik ergab, dass ca. 90 Prozent der Verträge mit versteckten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzungen von Vertretern und Vertrieben vermittelt wurden.

Die Ursachen hierfür können ebenfalls vielseitig sein. Zum einen wird der Großteil der Versicherungsverträge mit Gesundheitsfragen nach wie vor über einen Vermittler abgeschlossen. Zum anderen ist es manchmal auch beim Vermittler ein Kunde, der sich einfach nicht mehr erinnert oder der bewusst etwas verschwiegen hat - auch obwohl der Vermittler nachgefragt und genügend Zeit eingeräumt hat. Aber bei dieser hohen Zahl vermuten wir auch eine Ursache darin, dass Vermittler nur bei erfolgreichen Abschluss die Provision für Ihre Dienstleistung verdienen. Sie sind folglich daran interessiert, dass der Versicherer deinen Antrag annimmt. Sie könnten eventuell eine Diagnose herunterspielen, die zur Ablehnung führen würde. Schließlich haben Sie sonst ihre gesamte Dienstleistung kostenlos erbracht. 

 

3.  Die Krankenkassen, die Ärzte und unsere Politik 

Spätestens seit zwei Jahren ist klar: Ärzte verschlimmern Diagnosen! Der Vorstand der Techniker Krankenkasse hat diesen Betrug öffentlich zugegeben. "Die Kassen bezahlen zum Beispiel Prämien von zehn Euro je Fall für Ärzte, wenn sie den Patienten auf dem Papier kränker machen", sagte Baas. Manche Kassen würden die Ärzte dazu sogar persönlich besuchen, andere riefen an. Es gebe sogar Verträge mit Ärztevereinigungen, die mehr und schwerwiegendere Diagnosen zum Ziel hätten. Die Kassen ließen sich zudem in dieser Richtung von Unternehmensberatern beraten, wofür Honorare anfielen. Für all das hätten die Kassen seit 2014 eine Milliarde Euro ausgeben, die für die Behandlung der Patienten fehlen, sagte der Chef der größten deutschen gesetzlichen Krankenkasse. 

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Öffentlich wurde dieses Thema hauptsächlich in Bezug auf die Gelder diskutiert, die hierfür draufgehen. Außerdem gingen die Kassen auf die Ärzte los und die Ärzte wiederum auf die Kassen. Für uns war damit aber eine andere Sache sehr klar: Wenn schlimmere Diagnosen abgerechnet werden, von denen der Patient nichts weiß, dann kann er diese Diagnosen auch nicht bei den Gesundheitsfragen angeben. Und hier haben wir die Hauptursache für die Falschbeantwortung der Gesundheitsfragen: Du weißt nichts von der Diagnose! 

 

Wenn der Versicherer im Leistungsfall die Krankenakte anfordert, wird es schwer dein Nichtwissen zu erklären. Lasse Falschdiagnosen daher unbedingt vor Antragsstellung korrigieren.

Wie kannst du die Gesundheitsfragen richtig beantworten?

Wenn du privat krankenversichert bist, findest du auf deinen Arztrechnungen auch die Diagnoseschlüssel. Anhand dieser Diagnoseschlüssel und Arztrechnungen solltest du die Gesundheitsfragen gewissenhaft ausfüllen. Kontrolliere die Rechnungen am besten immer direkt nach deinem Arztbesuch. Wenn es zu Unstimmigkeiten kommt, sprich mit der Praxis oder dem Arzt und bitte um Korrektur. Wenn du die Arztrechnungen nicht abgeheftet hast, kannst du diese beim Arzt erneut anfordern oder dich beim Krankenversicherer nach den eingereichten Rechnungen erkundigen.

 

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, bekommst du keine Rechnungen nach Hause geschickt. Hier bezahlt die Krankenkasse und der Arzt rechnet direkt mit ihr ab. Du kannst dich ebenfalls mit den Ärzten in Verbindung setzen und deine Diagnosen erfragen. Deinen Gesamtüberblick der tatsächlich dokumentierten und abgerechneten Diagnoseschlüssel kannst du bei deiner Krankenkasse oder bundesländerübergreifend bei der kassenärztlichen Vereinigung anfordern. Diese stellen alle Daten in einer Krankenakte zusammen. Die Krankenakte sollte Auskünfte für die letzten 5 Jahre enthalten. Mit Hilfe dieser Krankenakte kannst du die Gesundheitsfragen gewissenhaft ausfüllen. 

5 Schritte zum sicheren Vertrag

1. Wir stellen dir einen Vordruck zur Anforderung der Krankenakte zur Verfügung

Unsere Dienstleitung beinhaltet zum einen, dass wir dir einen Vordruck zur Verfügung stellen, mit dem du deine Krankenakte anfordern kannst. Wir unterstützen dich gerne bei der Beibringung der Unterlagen und wissen, dass so etwas Zeit in Anspruch nimmt. 

 

2. Wir übersetzen die Krankenakte für dich und fassen sie zusammen

Auf Wunsch fassen wir die Krankenakte für dich in einer Übersicht zusammen. Dies beinhaltet auch die Übersetzung der Diagnoseschlüssel, die zur Abrechnung verwendet werden. 

3. Wir füllen die Gesundheitsfragen mit Hilfe der Übersicht und Unterlagen gemeinsam aus

Anschließend besprechen wir die einzelnen Diagnosen und ihre Folgen für den Abschluss deiner Einkommensabsicherung. In unserer Berufspraxis erschrecken bei diesem Gespräch zu der Krankenakte etwa 80 Prozent der Kunden, da sich mindestens eine Unstimmigkeit in der Krankenakte befindet. In 50 Prozent der Fälle sind es sogar zwei oder mehr. Gerne helfen wir dir dabei mit deinen Ärzten ins Gespräch zu kommen, sollte es auch in deinem Fall zu Falschdiagnosen kommen. Mit Hilfe der gesammelten Dokumente füllen wir dann gemeinsam die Gesundheitsfragen im Antrag aus.

4. Wir fragen für dich anonym beim Versicher an

Sollten sich aus der Krankenakte und deiner Beantwortung der Gesundheitsfragen Zweifel ergeben, dass der Versicherer dich zu normalen Bedingungen annimmt, machen wir wenn möglich eine anonyme Risikovoranfrage oder wir nutzen die maschinelle Risikoprüfung der Versdiagnose. In beiden Fällen würde das vorläufige Ergebnis der Risikoprüfung so nicht gespeichert werden. Das hat für dich den Vorteil, dass du eine möglichen Ablehnung nirgends angeben musst. 

 

5. Wir fragen bei unterschiedlichen Versichern an

Jeder Versicherer hat eine andere Risikoprüfung und vergibt andere Risikozuschläge und Ausschlüsse. Wenn dich also ein Versicherer mit einer sehr harten Risikoprüfung ablehnt, gibt es eventuell einen anderen Anbieter, der dich mit einem Risikozuschlag versichern würde. Wir überprüfen daher bei mehreren Anbietern deine Optionen vorab und finden so den richtigen Versicherer auch für Kunden mit Vorerkrankungen.

 Wenn du Interesse an dem Abschluss  eine Einkommensabsicherung hast, kannst du dich gerne bei uns melden und unsere Dienstleistung in Anspruch nehmen.

 Wir hoffen, dass dir der Artikel weiterhelfen konnte und freuen uns auf dein Feedback und deine Fragen.

Aylin & Sophie

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