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Die Dispofalle vermeiden

Das Dispo hat eine hohe Bekannheitsquote und auch nur wenige Menschen, waren nicht schonmal "drin" im sogenennten Dispo. Sie haben schlicht und einfach ihr Konto überzogen. Das bedeutet aber auch, dass sie sich kurzfristig Geld von der Bank leihen! Für diesen Deal zahlen sie Zinsen. Allein in Deutschland verdienen die Banken an den Dispo-Zinsen pro Jahr mindestens 8 Milliaaaaarden Euro. Eine Zahl die wahnsinnig viele Nullen hat: 8.000.000.000 Euro! Da dieses Thema auch sehr viele junge Menschen bewegt, widmen wir dem Dispo einen eigenen Beitrag.

 

Hier erfährst du was die Dispo-Falle ist, wieso das Dispo so gefährlich ist und was du tun kannst, um gar nicht erst in diesen Teufelskreis zu geraten...


Was ist die Dispofalle?

Eventuell ist es dir schon mal passiert: Vor ein paar Tagen gab es das Gehalt, dann kamen die Fixkosten und nun ist das Geld fast weg. Aber vom Monat ist noch mehr als die Hälfte übrig. Und jetzt? Für kurzfristige Engpässe ist der Dispo des deutschen Liebling. Mal ein paar 100 Euro sind auch durchaus okay. Doch bleibt es dabei? Einmal ins Dispo gerutscht, fallen nicht selten die Hemmungen. Mal muss das Auto in die Werkstatt, der nächste Urlaub steht an oder die alte Couch muss erneuert werden - schnell ist das eigene Girokonto so weit überzogen, dass die Dispokosten regelmäßig Tobsuchtsanfälle auslösen. Aus dem eigentlich kurzfristigen Engpass, wird schnell ein Teufelskreis, der sich jeden Monat wiederholt.

 

Richtig Ernst wird es dann, wenn das monatliche Gehalt nicht mehr ausreicht, um das Konto auf Null zu kriegen. Denn  dann droht irgendwann die Kündigung des Dispokreditrahmens durch die Bank und somit ein noch schnelleres, weiteres Absacken in die roten Zahlen. Hier schlägt die Dispo-Falle zu und es folgt ein Privatkredit auf den nächsten.

Wieso du nicht über deinen Verhältnissen leben solltest?

Jeder weiß es und viele verdrängen es trotzdem: Du sollst nicht über deinen Verhältnissen leben! Es ist vollkommen okay, wenn man mal ins Dispo abrutscht - das kann passieren. Wenn du aber dauerhaft mehr ausgibst, als du einnimmst, wird dir das irgendwann vor die Füße fallen:

 

- Du kannst keine Rücklagen bilden

 

- Du musst dir immer wieder Geld leihen

 

- Du zahlst Unmengen an Zinsen

 

- Du bist dauerhaft abhängig von deinem monatlichen Gehalt

 

- Du kannst dir keine Auszeiten oder Ausfälle erlauben

 

- Du kannst nicht für die Zukunft planen

 

Wenn du dich in dieser Auflistung wiederfindest, raten wir dir aktiv zu werden. Die schlechte Nachricht: Aktiv zu werden bedeutet nicht nur ein paar Ausgaben zu streichen oder einen neuen Nebenjob anzunehmen. Es ist vielmehr eine Veränderung deiner Einstellung notwendig. Die gute Nachricht: es ist nicht allein deine Schuld, dass du in dieser Situation bist.

Wieso wir trotzdem über unseren Verhältnissen leben?

Es war nie so leicht und günstig sich Geld zu leihen. Die Zinsen sind niedrig, die Ratenkredite extrem flexibel, es locken Angebote wie: Kaufe heute - zahle später! Alles schreit KAUF JETZT - SOFORT! Es scheint absolut falsch zu sein, für den neuen Fernseher ein ganzes Jahr zu sparen. "Ich krieg doch eine 0% Finanzierung".

 - Der Teufelskreis beginnt mit den 0 % Finanzierungen -

Aber der Teufelskreis beginnt schon mit den 0% Finanzierungen! Wir können uns auf einmal Dinge leisten, für die wir sonst jahrelang sparen müssten. Anstelle von 1.200 Euro für einen neuen Fernseher, zahlen wir 50 Euro im Monat und das nicht jetzt, sondern in Zukunft! Wir müssen nicht mühsam jeden Monat 50 Euro in unser Sparschwein stecken und vom neuen Fernseher träumen - wir kriegen ihn jetzt und zahlen ihn später. Das wird zur Gewohnheit und auf einmal ist nicht nur der Fernseher auf Pump gekauft. Ganz schnell kommen mehrere Ratenkredite zusammen: Das Auto, die Küche, die Couch, das Smartphone. So entstehen monatliche Zahlungsverpflichtungen von hunderten von Euro. Schlimmer wird es noch, wenn das kreditfinanzierte Auto kaputt geht und der Kredit trotzdem weiterläuft. Dann muss ein neues Auto her und die Kreditraten werden höher und höher.

- Der Konsumdruck wird immer größer und betrifft alle Bereiche unseres Lebens -

Ratenkredite verlocken uns dazu immer mehr Dinge, immer schneller zu kaufen. Und das hat Folgen auf unser gesamtes Kaufverhalten. Wir verlieren den Bezug zum Geld, die Kontrolle über unsere Ausgaben und leben über unseren Verhältnissen. Natürlich liegt es nicht ausschließlich an den 0% Finanzierungen. Der Konsumdruck wird immer größer und betrifft alle Bereiche unseres Lebens. Wie sich unser Kaufverhalten im Bereich Kleidung verändert hat und welche Auswirkungen diese Entwicklung hat, kannst du in der Netflix-Doku ´The True Cost´sehen. Hier der deutsche Trailer zum reinschauen:

11 Tipps - mit denen du aus dem Dispo kommst

Die Tipps klingen zwar einfach, erfordern aber deinen starken Willen und auch deine Zeit. Alle Punkte solltest du nach und nach in deinen Alltag integrieren, um aus dem Teufelskreis auszubrechen.

1. Verändere deine Einstellung zum Konsum

Machen dich neue Klamotten wirklich glücklich? Könntest du deine Zeit nicht besser investieren, als vor der neuen Konsole oder dem neuen Fernseher zu sitzen? Versuche selbst mit weniger zufrieden zu sein, und spring nicht auf jeden Hype oder Trend auf. Das Leben bietet so viel tollere Dinge, als Konsumgüter.

 

2. Kenne deine Einnahmen und Ausgaben

Ein Spruch meines ehemaligen Agenturleiters ist mir im Kopf geblieben. Er sagte: "Ein guter Unternehmer muss wissen, was raus geht und was rein kommt!" Doch das gilt nicht nur für Unternehmer. Jeder, der Geldprobleme vermeiden will, muss seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben kennen.

 

3. Führe ein Haushaltsbuch

Erstelle diesen so detailiert wie möglich, teile deine Ausgaben in Kategorien ein und aktualisiere den Haushaltsplan regelmäßig. Kontrolliere dich selbst vor allem bei den variablen Kosten, wie z.B. Lebensmittel, Sport, Geschenke, Zigaretten, usw. Gibst du wirklich nur das aus, was du im Haushaltsplan angesetzt hast? Sei unbedingt ganz ehrlich zu dir selbst. Auch wenn am Ende rote Zahlen stehen: Erst wenn du es weißt, kannst du es ändern!

 

4. Gib auf keinen Fall mehr aus, als du einnimmst

Im besten Fall ergibt dein Haushaltsplan ein monatliches Plus - dann bist du schon einen Schritt weiter. Wenn dein Haushaltsplan hingegen rote Zahlen aufweist, lebst über sehr wahrscheinlich über deinen Verhältnissen.

 

5. Senke deine Ausgaben

Um deine Fixkosten zu reduzieren, kannst du dir deinen Haushaltsplan nochmal vornehmen. Teile deine Ausgaben in Prioritäten auf z.B. Miete: Prio 1, Fitness-Studio: Prio 2, Netflix-Abo: Prio 3. Es wird dir so vielleicht leichter fallen, dich von den unwichtigeren Ausgaben zu trennen.

 

Für deine variablen Kosten kannst du dir selbst ein monatliches oder wöchentliches Taschengeld zuteilen. Da die Karte schnell gezückt ist, lass sie besser zu Hause! Beim Sparen hilft der Griff zum Bargeld, denn wenn keine Scheine mehr da sind - kannst du auch nichts mehr kaufen. 

 

6. Spare für Neuanschaffungen, Urlaube oder andere Aktivitäten

Wenn du in den Urlaub fliegen willst, einen neuen Fernseher brauchst oder aufs nächste Festival gehen willst: Spare dafür! Überlege dir rechtzeitig, wann du die Neuanschaffung tätigen musst und lege monatlich einen Betrag dafür zur Seite. Dies hat einen weiteren positiven Effekt: Wenn du ein Jahr auf den neuen Fernseher hinfieberst, steigert das die Vorfreude und die Wertschätzung.

 

7. Vermeide Ratenkredite

Ratenkredite sind die "Einstiegsdroge". Sie verändern unsere Einstellung zum Geld und sorgen dafür, dass wir immer mehr und immer schneller konsumieren. Daher solltest du sie vermeiden.  Wenn du die Kontrolle über deine Finanzen hast, führt ein Ratenkredit aber nicht gleich zur Verschuldung. Es kommt immer darauf an, wie du damit umgehst.

 

8. Setze dir eine monatliche Obergrenze für deine Ausgaben

Unser Lebensstandard verändert sich meistens nicht, weil wir es so wollen. Er verändert sich eher von Gehaltserhöhung zu Gehaltserhöhung. Und wann ist Schluss? Erst ein Auto, dann zwei, dann drei, dann vier... Welcher Lebensstandard reicht dir, um glücklich zu sein? Wie viel Geld brauchst du wirklich zum leben? Je niedriger du deinen Lebenstandard ansetzt, desto schneller kannst du dir eigene Rücklage aufbauen.

 

9. Bau dir Rücklagen auf

Die Rücklage brauchst du, um kurzfristige Engpässe auszugleichen. So musst du nicht mehr auf dein Dispo zurückgreifen. Dein monatliches Plus überweist du beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto, solange bis du mindestens drei volle Monatsgehälter zusammengespart hast: Dein Notgroschen! Nun kannst du anfangen für mittelfristige und langfristige Ziele zu sparen. Aber Achtung: Füll deinen Notgroschen immer wieder auf, falls du ihn benötigt hast.

 

10. Setz dir Sparziele - bleib dran!

Mittelfristiges und langfristiges Sparen kann richtig Spass machen, denn du siehst dein Vermögen wachsen und wachsen. Um deine Erfolge feiern zu können, brauchst du Ziele. Diese solltest du dir unbedingt realistisch setzen - denn es kommt immer mal etwas Unerwartetes dazwischen. Lass dich davon auf keinen Fall unterkriegen. Bleib dran!

 

11. Investieren, statt konsumieren

Anstelle Dinge zu kaufen, die du konsumierst: Investiere. Das sorgt zum einen dafür, dass du dein Vermögen weiter ausbauen kannst und zum anderen ist es wahnsinnig spannend. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten.

Wenn du selbst Trick´s entwickelt hast, um nicht ins Dispo zu rutschen, schreib uns deinen Ideen gerne in die Kommentare.

 

Wir freuen uns auf dich.

Aylin und Sophie

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