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The BIG TEN

Wir von Vordenker legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Damit wir gemeinsam eine bessere Zukunft schaffen können, wird unsere Generation viele Probleme selbst in die Hand nehmen müssen.  In unserem Blog geben wir euch Denkanstöße zum Thema Nachhaltigkeit. Da wir wissen, wie schwer eine nachhaltige Einstellung in den Alltag einzubinden ist, geben wir euch auch Tipps und Tricks zum einfacheren Umgang mit dem Thema.

 

In diesem Beitrag erfährst du, welche 10 Konzerne unsere Nahrung kontrollieren und welche Auswirkungen diese Tatsache hat. Außerdem zeigen wir dir ein Möglichkeiten auf, wie du mit dem Thema im Alltag umgehen kannst.

Wie 10 Konzerne unsere Nahrung kontrollieren

Wenn wir durch den Supermarkt gehen, kann die Entscheidung für das richtige Produkt auch mal ein paar Minuten dauern. Unzählige Marken für Nudeln, Schokolade, Softdrinks, Cornflakes, Fertigfood oder Jogurts - und überall steht was anderes drauf. Dass sich hinter den meisten Produkten ein und der selbe Hersteller versteckt, wissen leider nicht alle Konsumenten.

 

So ist beispielsweise durchaus bekannt, dass Coca Cola, Fanta und Sprite den gleichen Hersteller haben. Aber dass dem Weltmarktführer Nestlé auch Marken wie Maggi, Kitkat, Vittel oder Mövenpick gehören, wissen schon weniger. Noch spannender wird es bei unbekannteren Konzernen wie Mondeléz International. Mal ehrlich, wusstest du das Mondeléz die Marken Milka, Tassimo, Philadelphia und Oreo gehören?

Wir stellen euch drei der Lebensmittelgiganten vor


Unilever


Der niederländisch-britische Konzern Unilever ist der weltweit größte Teeproduzent und dominiert schon heute - mit zwei weiteren Produzenten - 85 Prozent des Tee-Marktes. Der Konzern besitzt mehr als 400 Marken, von denen mehr als zehn einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro erreichen. Eine der wichtigsten Sparten sind hierbei die Nahrungsmittel. Neben Marken wie Lipton, Knorr und Pfanni, gehören Unilever zahlreiche Marken im Eismarkt wie zum Beispiel Langnese, Magnum, Ben&Jerrys und Cornetto. Auch Rexona, AXE, DOVE und duschdas gehören zu Unilever.


53.000.000.000 Euro Jahresumsatz



Nestlé


Das schweizer Unternehmen Nestlé ist bekannt dafür, der größte Gigant beim Mineralwasser zu sein. Aber Nestlé ist auch der größte Milchproduzent, der weltgrößte Konsumgüter-hersteller und Kaffeeproduzent, der weltgrößte Anbieter von Babynahrung und der größte Anbieter von Tiernahrung. Nestlé verfügt nach eigenen Angaben weltweit über mehr als 2.000 Marken. Neben Nescafé und Dolce Gusto, gehören Nestea, Alete, Herta, Mövenpick, Thomy, KitKat und zahlreiche mehr zum Markenuniversum von Nestlé.


77.000.000.000 Euro Jahresumsatz



Mondeléz


Ob Schokolade, Kaugummi oder Kaffee – die Produkte des US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Mondelez International stehen in allen deutschen Supermärkten. Neben Marken wie Milka, Oreo, Cadbury, Daim, Miracoli oder Philadelphia, gehören auch Jacobs Kaffee, Tassimo und Kaffee Hag zur Mondeléz International. Nach eigenen Angaben ist Mondelez der weltweit größte Produzent von Schokolade, Biskuits, Bonbons und Getränkepulver und der zweitgrößte Hersteller von Kaffee und Kaugummi.


22.000.000.000 Euro Jahresumsatz



Diese Giganten hinterlassen ihre Spuren auf der Welt

Warum diese riesige Macht der Firmen nicht gut sein kann, ist sicherlich vielen bewusst. Wir möchten dennoch ein paar der wesentlichen Kritikpunkte aufgreifen. Am Ende muss jeder für sich rausfinden, ob die Kritik groß genug sind, diese Firmen beim nächsten Einkauf zu boykottieren.

 

Die Skandale erstrecken sich über sehr viele Bereiche. Neben der Privatisierung des Wassers und dem Verkauf von Babypulver in dritte Weltländer, stehen die Firmen auch wegen Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung öffentlich in der Kritik. In zahlreichen Berichten, Artikeln und Dokumentationen wird inzwischen über die Themen berichtet.

 

Brandrodungen für Palmöl.

Palmöl befindet befindet sich in jedem zweiten Produkt im Supermarkt. Dennoch ist die Problematik rund um diesen Inhaltsstoff verhältismäßig unbekannt. Da die Palmölplantagen spezielle Anbauflächen benötigen, werden riesige Urwaldflächen (meist illegal) gerodet. Dadruch wird die Lebensgrundlage vieler vom Aussterben bedrohter Arten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger, Dschungeladler oder Java-Nashörner vernichtet. Doch dieses Schickal trifft nicht nur die Tiere. Kleinbauern und indigene Gruppen, die von Fischfang, Landwirtschaft und vom Urwald gelebt haben, werden oft mit Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben oder müssen sich als Billigarbeitskräfte auf den Plantagen verdingen.

 

Zudem ist Palmöl einer der größten Kilmakiller unserer Zeit. Durch die Degradierung der Wälder und Brandrodung werden jedes Jahr 1,8 Milliarden Tonnen Treibhausgas-Emissionen freigesetzt - allein in Indonesien .

 

 

Kinderarbeit auf Kakao-Plantagen

Schokolade ist aus den Supermarktregalen nicht wegzudenken. Doch der Rohstoff wird in Westafrika von Millionen Kindern produziert - allen voran in der Elfenbeinküste und Ghana. In diesen beiden Kakao-Anbaugebieten leben insgesamt etwa sechs Millionen Kinder im Alter von 5 - 17 Jahren. Fast jeses zweite dieser Kinder arbeitete im Zeitraum 2013/14 in der Kakaoproduktion.

 

Diese Kinder verrichten gefährliche Arbeiten - sie ernten zum Beispiel mit einer Machete Kakaoschoten, schleppen Säcke mit Kakaobohnen oder Wasser für die Behandlung mit Insektiziden.

 

 

Babysterben in Entwicklungsländern

Auf den Philippinen stillen laut Studien nur noch 36 Prozent der Mütter ihre Kinder. Das ist eine der niedrigsten Raten der Welt. Viele Mütter glauben der aggressiven Werbung der BIG TEN - allen voran Nestlé. Sie glauben, dass das Milchpulver besser und gesünder für ihre Babys ist, als ihre eigene Muttermilch. Daher geben manche Familien ein Viertel ihres Einkommens für diese Babynahrung aus. Nun haben die Menschen in Entwicklungsländern aber selten Zugang zu sauberem Wasser und  mischen das Pulver daher mit verunreinigtem Wasser.

 

Durch den Keimcocktail sterben viele Babys an Infektionen und Durchfall oder Sie verhungern, weil die Mütter die teure Babynahrung nicht bezahlen können.

 

 

Privatisierung von Wasser

Das Geschäftsmodell ist purer Zynismus: Frimen wie Nestlé sichern sich zunächst die Abfüllgenehmigungen für die reinsten und besten Quellen der Entwicklungsländer. Das übrige Wasser erreicht z.B. wegen der Umweltverschutzung keine Trinkwasserqualität. Diesen Umstand nutzt Nestlé, um Produkte wie "Pure Life - Water you can trust" als besonders vertrauenswürdige Alternative zu verkaufen. 

 

In Algerien hat Nestlé die Wassernutzungsrechte bereits gänzlich erworben und lässt die Fabriken dort bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. Für uns ist Trinkwasser ein Grundbedürfnis und sollte jedem Menschen zugänglich sein. Für Nestlé ist Wasser ein Geschäftsmodell mit Umsätzen in Milliardenhöhe.

Welche Alternativen gibt es?

Die Giganten verursachen riesige Probleme und machen dabei Umsätze in Milliardenhöhe. Doch auch an den BIG TEN ist der Nachhaltigkeitstrend nicht spurlos vorbeigezogen. Nachhaltigkeitsstrategien werden beworben, angebliche Projekte in Entwicklungsländern gefördert - immer mehr irreführende Informationen finden sich hierzu im Internet. Bei genauerem Hinsehen erkennt man allerdings schnell, dass die Nachhaltigkeitsstrategien der großen Firmen oftmals eher Schein sind, als Sein. Da fragen wir uns doch zu Recht: Gibt es überhaupt noch gute Alternativen? Welchen Firmen kann man vertrauen?

 

Wir zeigen dir ein paar Unternehmen, Gütesiegel und Einkaufsmöglichkeiten auf, denen du - unserer Meinung nach - eher vertrauen kannst

Erstmal zum Wochenmarkt - dann zum Supermarkt.

Käse, Eier, Wurst, Obst und Gemüse gibt es auch auf Wochenmärkten, in Hofläden und beim Bauern um die Ecke. Dort haben wir den direkten Draht zu den Produzenten. Wir können einfach fragen, wo die Produkte herkommen und müssen uns nicht auf Werbeaussagen oder Verpackungsaufdrucke verlassen. Wir empfehlen daher den wöchentlichen gang zum Markt in deiner Nähe.

 

Ein weitere Vorteil: Auf dem Wochenmarkt gibt es in den seltensten Fällen Produkte der BIG TEN. Das erleichtert das boykottieren dieser Marken erheblich.

 

Weniger Fleisch aus besserer Herkunft.

Die Probleme, die der Überkonsum an Fleisch verursacht, gehen weit über Tierquälerei hinaus. Die konventionelle Landwirtschaft einschließlich der Massentierhaltung und der dafür benötigten Futtermittelproduktion sind gigantische Wasserschlucker. Zur Gewinnung eines Kilogramms Rindfleisch werden mehr als 10.000 Liter Wasser benötigt. Zudem belastet der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel die Oberflächengewässer.

 

Eine ökologische Landwirtschaft verbunden mit veränderten Ernährungsgewohnheiten sind zwingend erforderlich, um diese Probleme bewältigen zukönnen.

WENN SCHON SUPERMARKT DANN RICHTIG.

Bei Produkten mit einem Fairtrade-Siegel handelt es sich nicht zwingend um Bioware. Aber die Produkte stammen aus einer sozialverträglichen Situation. Mit Fairtrade wird garantiert, dass die Arbeiter und Bauern unter angemessenen Bedingungen arbeiten und einen fairen Arbeitslohn erhalten. Zudem setzt sich Fairtrade auch für den Umweltschutz ein.

 

Leider gibt es immer wieder Missverständnisse in der öffentlichen Wahrnehmung. Die gängigsten Mythen hat Fairtrade Deutschland zusammengestellt und überprüft.


Habt ihr Tipps für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmittel? Schreibt uns gerne in den Kommentaren.

 

Wir freuen uns auf eure Ideen.

Aylin und Sophie

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